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Liebe Degusfreunde,
wir möchten an dieser Stelle nur unsere Erfahrungen zu den Krankheitsbildern nennen, mit denen wir uns selber schon Erfahrung gemacht haben und mit denen man sich auch als verantwortungsvoller Halter ernsthaft auseinander setzen muss. Es gibt mittlerweile sehr viele und v. a. sehr gute Internet-Links zu Degusseiten, die auch von Fachleuten, d.h. Tierärzten, die selbst Degus als Haustiere halten, eingestellt sind. Vielfach geben auch Tierheime sehr gute Haltungstipps. Wir möchten von diesen Seiten keinen, womöglich schlechteren zweiten "Aufguss" anbieten. Bitte schauen Sie also auch bei dem angegebenen Internet-Link nach oder aber in der einschlägigen Literatur. Bevor man sich entschließt, Degus als Haustiere zu halten, sollte man sich anhand der vorhandenen Literatur einen Überblick verschafft haben, wie diese intelligenten Nagetiere artgerecht zu halten sind, welche Ansprüche an Unterbringung und Ernährung sie haben, welche Krankheiten sie bekommen können bzw. für welche Krankheiten sie extrem anfällig sind.
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WICHTIG: In allen Fällen, in denen Degus erhebliche Krankheitssymptome aufweisen (Einstellen der Futteraufnahme, Abmagerung, Apathie, Verletzungen oder andere Auffälligkeiten), sollte unbedingt und schnellst möglich ein Tierarzt aufgesucht werden. Bitte vorher telefonisch Kontakt aufnehmen, da nicht alle Tierärzte auf die Behandlung so kleiner Tiere eingerichtet sind.
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In der folgenden Tabelle werden folgende Themen behandelt:
Verhalten im Krankheitsfall Transport zum Tierarzt Diabetes mellitus Äußere Verletzungen Knochenbrüche Zahnerkrankungen Abszesse Hautkrankheiten, Kahlstellen im Fell Augenerkrankungen Erkältungskrankheiten Blasenentzündung Krallenpflege Kastration
Weiterführende Literatur:
Die beste Literaturstelle, die wir zum Thema Krankheiten kennen, ist natürlich ein wissenschaftliches Fachbuch, mit dem angehende Tierärzte während ihres Studiums geschult werden. Hier wären zu nennen: Ewringmann, Glöckner (2005): Leitsymptome bei Meerschweinchen, Chinchilla und Degu und Fehr, M., Sassenburg, L. und Zwart, P. (Herausgeber) (2007): Krankheiten der Heimtiere. 7. Auflage (Das Kapitel über Degus ist insgesamt 25 Seiten lang und es lohnt sich in jedem Fall, sich diese Seiten aus einem Buch z. B. aus einer Universitätsbibliothek anzusehen.). Dort findet man u. a. neben fast allen mittlerweile bei Degus auftretenden Krankheitsbildern und Behandlungsvorschlägen auch den Hinweis, dass Degus nicht jede Art von Antibiotika vertragen. Dieses ist unserer Meinung nach eine wichtige Information, die vor Behandlung z. B. einer Erkältungskrankheit mit einem Antibiotikum oder einer Mischung verschiedener Antibiotika, der Halter, aber v. a. der Tierarzt wissen muss.
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Verhalten im Krankheitsfall:
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Grundsätzlich sollten die Tiere täglich von ihrem Besitzer auf evtl. Verhaltensauffälligkeiten hin beobachtet werden. Nagetiere, wie vielleicht auch viele andere Tiere, zeigen in der Natur Krankheitsanzeichen erst sehr spät, meist dann zu spät. Die in der freien Natur lebenden Tiere wollen so die Aufmerksamkeit von Fressfeinden von sich ablenken. Dieses Verhalten ist auch den Heimtieren angeboren, d. h. auf wirkliche Krankheitsanzeichen wird man als Besitzer u. U. erst kurz vor endgültigem Ausbruch der Krankheit aufmerksam. (Eine Diabeteserkrankung lässt sich dagegen in vielen Fällen durch Überprüfung des Urins auf einen möglichen Zuckergehalt, an einer Kataraktbildung im Auge, vermehrtem Durst und vermehrtem Harnabsatz relativ früh erkennen). Abhängig vom Schweregrad der Erkrankung sondern sich erkrankte Tiere teilweise von der restlichen Gruppe, bevorzugen eine ruhige Ecke zur Erholung oder interessieren sich deutlich weniger für ihr Futter als ihre Artgenossen. In vielen Fällen ist aufgrund der Schwere der Erkrankung oder nur bei Verdacht auf eine mögliche Erkrankung der Transport zum Tierarzt notwendig.
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Transport zum Tierarzt:
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Klären Sie vor einem ersten Tierarztbesuch ab, ob dieser sich mit der Behandlung von Degus auskennt, ob Sie einen Termin vereinbaren müssen oder aber in der regulären Sprechstunde vorbeikommen können. Dazu sollte man sich im Vorfeld bereits die Adresse und Telefonnummer eines Kleintierarztes zu Recht legen und vielleicht durch einen kurzen Telefonanruf abklären, ob dieser sich mit Degus auskennt und auch bereit ist im Krankheitsfall ein solches Tier zu behandeln. Das erspart im Ernstfall dann eine hektische Suche und womöglich unnötige Zeitverzögerungen für das Tier. Für den eigentlichen Transport eignen sich klassische Tiertransportboxen mit verschließbarem Klarsicht-Deckel und Lüftungsschlitzen. Die Box sollte ausreichend groß sein. (z. B. 30 x 20 x 22 cm). Zur Eingewöhnung kann vor dem Tierarztbesuch etwas von der Käfigeinstreu + Futter eingefüllt werden. Man kann auch ein kleines Handtuch hineinlegen. Wir haben diese Box mit geöffnetem Deckel bei uns im Degus-Zimmer stehen und die Tiere können während ihres Auslaufs spielerisch auch schon mal das Innenleben erkunden. So ist vielleicht der Transport im realen Krankheitsfall etwas stressfreier, da diese "Versteckmöglichkeit" ja schon bekannt ist. In sehr kalten Jahreszeiten sollte die Box vor Kälte und Zug geschützt sein, z. B. in dem man sie in eine größere Tasche oder einen Karton stellt. Bei der Kontrolluntersuchung beim Tierarzt sollte der Besitzer am besten zuerst das Tier in die Hand nehmen und versuchen es etwas zu beruhigen. Vertraute Gerüche der Hand und Streicheleinheiten sind hier wichtig. Unsere Tiere sind uns gegenüber vertrauensvoll, stehen Fremden jedoch eher scheu und argwöhnisch gegenüber. Degus sind auch beim Tierarztbesuch sehr schnell und wendig (es sei denn, sie sind durch eine Erkrankung schon sehr geschwächt) und neigen in einer unbekannten Situation/Umgebung auch zu Fluchtverhalten. Also, gut festhalten bzw. darauf vorbereitet sein, dass sie versuchen werden, dieser für sie unangenehmen Situation zu entkommen. Nach dem Tierarztbesuch sollte man die Tiere, abhängig vom Schweregrad der Erkrankung und den Hinweisen des Tierarztes entweder in der Gruppe belassen oder sie in einem einzelnen Käfig unterbringen, falls sich das erkrankte Tier durch die Artgenossen gestört fühlt. Bei Rennmäusen haben wir es schon erlebt, dass eine im Sterben liegende Maus von einem Artgenossen mit Einstreu zugescharrt wurde, obwohl sie noch am Leben war. Teilweise laufen auch Artgenossen einfach ohne besondere Vorsichtsmaßnahme über das erkrankte Tier. Für solche Fälle bietet sich die Lagerung eines Ersatzkäfigs an. Diesen sollte man auch grundsätzlich bereithalten, falls es aus welchen Gründen auch immer, mal zum Streit innerhalb einer Gruppe kommt und diese zur Vermeidung von ernsten Verletzungen getrennt werden müssen. Degus zeigen aber ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten. Es kann auch sein, dass das erkrankte Tier von den übrigen Artgenossen "bemuttert" wird. Abhängig von der Situation kann das erkrankte Tier also entweder in seiner vertrauten Umgebung belassen werden oder sollte in einen Einzelkäfig umgruppiert werden.
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Diabetes mellitus:
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Von (lat. diabetes = Hindurchgehenlassen, Harnruhr. Bezeichnung für Krankheiten mit vermehrter bzw. krankhaft gesteigerter Ausscheidung von Flüssigkeiten/Stoffwechselprodukten durch die Niere; mellitus mit Honig versüßt). Einfach übersetzt: süße Harnruhr oder süßer Harn. In der Tat schmeckt der Harn bei an Diabetes mellitus erkrankten Tieren und auch bei Menschen süß. Hierbei handelt es sich um eine häufige endokrine Störung, die auch als Zuckerkrankheit und Zuckerharnruhr bezeichnet wird. Dieser Krankheitsbegriff steht für verschiedene Formen einer Glucose-Stoffwechselstörung mit unterschiedlicher Symptomatik. Man unterscheidet drei Hauptgruppen von Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels:
- Diabetes Typ I: infolge Insulinmangels
- Diabetes Typ II: infolge verminderter Insulinwirkung
- Diabetes Typ III: seltene besondere Diabetesform, z. B. infolge Störungen des Insulinrezeptors
Gemeinsames Merkmal aller Formen ist ein relativer oder absoluter Mangel an Insulin.
Kennzeichen:
- Blutzuckererhöhung (Hyperglykämie). Klinisch gesunde Degus zeigen folgende Blutzuckerwerte: Männchen: 7,10 bis 9,75 mmol/l, Weibchen: 6,18 bis 8,32 mmol/l. Kritisch sind Blutzuckerwerte von > 9 mmol/l
- Zuckerausscheidung im Harn (Glykosurie) nach Überschreiten der physiologischen Nierenschwelle bei Blutzuckerwerten > 9 mmol/l
- Vermehrter Durst (Polydipsie)
- Absatz großer Harnmengen (Polyurie)
- Gewichtsabnahme trotz gesteigerter Nahrungsaufnahme (Polyphagie)
- Mattigkeit und Kraftlosigkeit (Adynamie)
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Die Symptomatik kann von leichten uncharakteristischen Formen bis zum diabetischen Koma reichen. Wir vermuten, dass wie im Humanbereich eine genetische Prädisposition bzw. Erblichkeit eine Hauptrolle spielt. Wichtigstes Kennzeichen des Insulinmangeldiabetes ist eine allmähliche Erschöpfung der körpereigene Insulinsekretion bis zum absoluten Insulinmangel. In diesem Stadium steigen die Blutzucker und Harnzuckerwerte extrem an. Die Symptomatik kann recht akut einsetzen und zum Koma mit anschließendem schnell eintretenden Tod führen. Ein weiteres Symptom ist eine Linsentrübung im Auge (Katarakt = grauer Star), die sich durch eine bläulich-weiße spaltförmige Verfärbung der Linse in der Augenmitte bemerkbar macht. Degus sind dadurch in ihrer Sehleistung u. U. stark eingeschränkt, evt. auch ganz erblindet. Vielfach können sie aber noch zwischen Hell und Dunkel unterscheiden. Im Humanbereich ist ein Grauer Star therapierbar. Hier wird durch Einsatz einer Kunstlinse die Sehfähigkeit zu einem hohen Prozentsatz wieder hergestellt. Wir möchten an dieser Stelle auf zwei sehr gute Internetlinks hinweisen, die sehr fachspezifisch und anschaulich Erklärungen zum allgemeinen Krankheitsbild, zu Ursachen und Auswirkungen einer Diabeteserkrankung bei Degus machen. Auch bietet der erste Link die Möglichkeit sich in ein Degusdiskussionsforum einzubringen und akute Probleme direkt mit einem Tierarzt oder anderen Degushaltern zu besprechen. Dieses ersetzt natürlich im Krankheitsfall nicht den Besuch beim Tierarzt, kann aber bei der Erklärung von Symptomen oder anderen Verhaltensauffälligkeiten schon eine Hilfe im Vorfeld sein.
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http://www.degusite.de http://www.octodon-degus.com
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Die Diabetes-Erkrankung ist leider massiv in unserer Deguspopulation ausgebrochen, wobei davon 80% unserer Männchen tödlich betroffen waren, nachdem unsere Nachzucht etwas über ein Jahr war. Wir wussten im Vorfeld, dass die Tiere aufgrund ihrer organischen Beschaffenheit Kohlenhydrate anders abbauen. Deshalb wurden unsere Tiere bewusst nie mit Obst in irgendeiner Form, auch nicht mit melassehaltigem Futter und/oder besonders fettreich ernährt. Von daher können wir nur die Vermutung haben, dass die Krankheit nicht ausschließlich durch eine falsche Ernährung ausgelöst wird. Wie vermuten hier eher genetische Defekte, die durch die sicherlich vorhandenen Inzuchtlinien noch gefördert werden. Auch können wir uns vorstellen, das eine falsche Ernährung einen Krankheitsausbruch beschleunigt oder aber erst in Gang setzt. Eine völlig kohlenhydratfreie Nahrung wird man bei diesen Tieren auch nicht real verwirklichen können, da die in vielen Getreidekörnern vorhandene Stärke im Körper ebenfalls in die entsprechenden Zuckermoleküle enzymatisch abgebaut wird. Ebenso wird Fett im Körper im Rahmen des Fettsäurestoffwechsels zu Kohlenhydraten umgewandelt. Es gab in den USA wohl auch schon Ernährungsprogramme, die für Degus eine reine Eiweiß-basierte Diät getestet haben. Aber auch hier ist es wohl zum Ausbruch von Diabeteserkrankungen gekommen, welches eine genetische Prädisposition bestätigt. Unser Zuchtpärchen wurde in einem großen Garten-und Hobbymarkt gekauft. Wir vermuten im Nachhinein, leider konnte man uns dazu beim Kauf keine weiteren Angaben machen (und wir hatten auch seinerzeit nicht gezielt danach gefragt), dass es sich hier bereits um ein Geschwisterpaar gehandelt hat. Dieses Geschwisterpaar hat bei uns zwei Nachzuchten zur Welt gebracht.
Nachdem sich das Diabetesproblem bei uns so manifestiert hatte kam für uns eine weitere Zucht auf keinen Fall mehr in Frage. Wir appelieren hier auch ganz deutlich an alle Degusliebhaber, mit an Diabetes erkrankten Tieren auf keinen Fall eine Zucht anzulegen. Ist man sich über eine mögliche Diabeteserkrankung seiner Tiere nicht sicher, kann man z. B. durch Prüfung des Urins jedes einzelnen Tieres mit Diabetesteststreifen aus der Apotheke Klarheit bekommen. Die Teststreifen sind für den Humanbereich gedacht und werden bei bestimmten Aktionen in den Apotheken kostengünstig angeboten. Die Teststreifen werden einfach in einige Tropfen des Urins gehalten und zeigen durch einen Farbumschlag/Verfärbung einen möglichen hohen kritischen Zuckergehalt im Urin an. Sie können sich auch Teststreifen über Ihren Tierarzt holen oder aber bei ihm eine Blutzuckerbestimmung durchführen lassen. Wir würden heute zur Vergrößerung unserer Degusgruppe lieber die Tierheime entlasten und dort teilweise in großer Zahl abgebene Degus bei uns aufnehmen, als die Tiere aus den Zooabteilungen der Hobby- und Gartenmärkte zu kaufen. Wenn Sie sich entschließen, diese aktiven und interessanten Hausgenossen aufzunehmen, fragen Sie doch erst bei Ihrem örtlichen Tierheim nach, ob dort vielleicht Degus zur Vermittlung vorhanden sind. Natürlich sollten Sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits mit der artgerechten Haltung der Tiere auskennen.
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Folgende Krankheitsbilder zeigten sich bei unseren Tieren:
- Alter der gestorbenen Tiere: ca. 1 ¼ Jahr
- alle Tiere waren untereinander verwandt
- nur 15% unserer Weibchen, aber 80% unserer männlichen Tiere sind in diesem Alter an Diabetes gestorben
- auch an Diabetes erkrankte Weibchen sind teilweise schon über drei Jahre alt
- bei allen Tieren waren keine Abmagerungserscheinungen optisch zu erkennen.
- es zeigte sich keinerlei Veränderung des Fells
- teilweise hatten die Männchen seit der Geburt beidseitig trübe Augen, teilweise nur auf einem Auge, teilweise überhaupt keine Augentrübung auch bis zum Tod
- teilweise war kurz vor dem Tod ein stark verklebter Käfig aufgrund zuckerhaltigen Urins zu bemerken
- teilweise konnten wir großen Durst, aber erst kurz vor dem Tod feststellen
- alle Tieren waren zum Ende der Krankheit akut apathisch innerhalb einesTages ohne weitere charakteristische Krankheitsanzeichen. Sie sonderten sich von dem Rest der Gruppe ab und hielten sich an diesem Tag nur noch am Boden auf. Dann verfielen sie in einen komatösen Schlaf. Der Tod trat innerhalb von 24-48 h ein.
Therapie einer Diabeteserkrankung? In der Humanmedizin gehört wie oben erwähnt der Diabetes mellitus zu den häufigsten endokrinen Störungen überhaupt. Von daher sind die Fortschritte in der Entwicklung von geeigneten Therapiemöglichkeiten und Medikamenten enorm. Heute wird im Humanbereich der täglich aktuelle Blutzuckerwert mittels geeigneter Messgeräte vom Patienten zu Hause selbst bestimmt und danach eine adäquate Menge an Insulin selbst injiziert (abhängig vom Blutzuckergehalt auch mehrmals pro Tag). So ist über viele Jahre hinweg diese Krankheit zwar vorhanden aber dennoch gut therapierbar. Bei Degus sind lt. Fachliteratur bis jetzt keine standardisierten Therapiemöglichkeiten bekannt. Hier liegen keine ausreichenden klinischen Studien vor. Man müsste bei einem an Diabetes mellitus erkrankten Degu im Prinzip ebenso wie in der Humanmedizin verfahren. Der Zuckergehalt im Blut müsste permanent bestimmt werden und danach die zu injizierende Menge an Insulin errechnet werden. Dazu müsste das Tier u.U. mehrmals pro Tag mittels Nadel gestochen werden. Das bedeutet in jedem Fall eine extreme physische und psychische Belastung für das Tier und auch für den Halter. Wir denken, dieser Weg ist in der Praxis mit den momentan vorhandenen Mitteln nicht zu realisieren. Vielleicht wird in Zukunft ja ein Insulin-Depotpräparat entwickelt, das in den geforderten Konzentrationen automatisch die notwendige Insulinmenge freisetzt.
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Äußere Verletzungen:
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Zu Verletzungen kommt es bei Degus vor allem durch Raufereien. Dabei kann es sowohl zu Schürf- als auch Bissverletzungen kommen. Diese werden von den Degus selbst gesäubert und heilen in den meisten Fällen komplikationslos ab. Allerdings sollte man die Tiere sorgfältig beobachten, um Komplikationen wie bspw. Entzündungen rechtzeitig zu bemerken.
Durch Einklemmen des Schwanzes kann es bei Degus zum Abriss der Schwanzhaut kommen. Der hintere Teil der Schwanzhaut löst sich dabei vollständig ab. Dies ist eine Schutzfunktion des Degus gegen Feinde, die sie von hinten angreifen. Deshalb sollte ein Degu auch niemals am Schwanz gegriffen oder festgehalten werden. Ist die Schwanzhaut abgerissen, liegen Teile der Wirbelsäule und der umgebenden Muskeln bloß. Das ist kein schöner Anblick und blutet im ersten Moment oft heftig, heilt aber meist von alleine gut ab. Die Wunde wird von dem Tier selbstständig sauber gehalten und der bloßliegende Anteil der Wirbelsäule trocknet ein und fällt schließlich ab oder wird vom Degu sogar selber abgebissen. Allerdings sollte das Degu gut beobachtet werden und auf Entzündungen geachtet werden. Während unseres Urlaubs hat ein junges Weibchen den hinteren Teil ihres Schwanzes eingebüßt. Wir und auch unsere Urlaubsvertretung waren bei dem Vorfall nicht dabei, ein Kampf unter Artgenossen schien aber seinerzeit nicht vorgelegen zu haben. Wir hatten das Tier schon mit einer Verkrustung am verbleibenden Schwanzstummel gefunden, die jedoch seinerzeit einen sauberen trockenen Eindruck machte und nicht auf eine Entzündung hingedeutet hat. Sollten derartige Wundstellen nicht selbsttätig wieder abheilen ist in jedem Fall der Tierarzt aufzusuchen, der die Wunde dann professionell reinigen und desinfizieren kann. Evtl. muss man als Halter danach noch für ein paar Tage eine entsprechende Salbe auftragen und die Einstreu aus dem Käfig entfernen. In solchen Fällen sollte der Boden des Käfigs mit Zellstoff und Papiertüchern (keine Zeitungen!) ausgelegt werden. In unserem Fall ist diese Bruchstelle ohne Probleme und ohne unser Zutun verheilt. Abgerissene Schwanzstücke wachsen jedoch leider nicht mehr nach. Das fehlende Schwanzstück scheint das Tier jedoch bei seinen Kletterübungen nicht zu beeinträchtigen und stellt bestenfalls eine kleine optische Beeinträchtigung da.
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Knochenbrüche:
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Knochenbrüche sind eher selten bei Degus. Sie entstehen meistens durch Stürze, können aber auch durch Hängenbleiben in Käfiggittern o.ä. entstehen. In den häufigsten Fällen sind die Gliedmaßen betroffen. Das entsprechende Bein schwillt stark an, ist sehr schmerzhaft und wird vollständig entlastet. Bei Knochenbrüchen sollte in jedem Fall ein Tierarzt aufgesucht werden.Leichtere Brüche, vor allem an den Vordergliedmaßen können schon abheilen, wenn man das Degu in einen kleineren Käfig ohne Klettermöglichkeiten setzt und es möglichst in Ruhe lässt. Bei komplizierten Brüchen dagegen kann es auch sein, dass Anteile einer Gliedmaße oder die gesamte Gliedmaße amputiert werden muss. Dies ist beim Degu kein Problem, solange es ein Vorderbein betrifft. Meist kommen die Tiere auch auf drei Beinen gut zurecht. Ist dagegen ein Hinterbein betroffen, stehen die Heilungs-Chancen nicht so gut, da Degus den größten Teil ihres Körpergewichts auf den Hinterbeinen tragen und das mit nur einem Hinterbein oft nicht schaffen. In besonders spezialisierten Kliniken soll es schon gelungen sein, auch bei einem Degu einen Draht in ein Bein einzusetzen. Eigene Erfahrungen liegen hier aber keine vor. Bei Verletzungen des Schädels oder der Wirbelsäule ist eine Behandlung fast immer erfolglos. In diesen Fällen ist es meist sinnvoll, das Tier einschläfern zu lassen.
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Zahnerkrankungen:
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Degus zeigen die Besonderheit, dass bei ihnen nicht nur (wie bei allen anderen Nagetieren) die Schneidezähne ein Leben lang weiter wachsen, sondern auch die Backenzähne. Das Gebiss sollte daher bei Nagetieren sehr sorgfältig und regelmäßig kontrolliert werden. Bitte nach unseren Erfahrungen auch ein paar Tage nach der Geburt, wenn die Kleinen schon sehr schnell und sehr selbstständig durch den Käfig turnen, bei jedem Tier die Zähne in Augenschein nehmen. Die Zahnkontrolle sollte auch bei erwachsenen Tieren regelmäßig durchgeführt werden. Dazu muss man die Tiere nicht jedes Mal in die Hand nehmen, sondern kann dieses auch schon ganz gut beobachten, wenn sie trinken. Die Zähne sollten dabei angemessen kurz sein und einen deutlichen gelben Zahnbelag aufweisen. Der gelbe Zahnschmelz zeigt an, dass die Zähne gesund sind. Dieser gelbe Schmelzbelag schützt die darunter liegende Zahnmasse und härtet sie. Achten Sie im Käfig darauf, dass immer ausreichend Nagematerial wie ungiftige Hölzer vorhanden sind. Nur durch regelmäßiges Nagen kann der Degu seine "Zahnpflege" artgerecht betreiben. Die Backenzähne sind leider nicht so leicht einzusehen wie die Schneidezähne. Deshalb muss man auf Hinweise achten, die eine eventuelle Beeinträchtigung anzeigen können. So nutzen sich z. B. die Schneidezähne schräg ab, wenn das Degu auf der einen Seite Schmerzen im Backenzahnbereich hat und nur einseitig kaut. Außerdem fressen die Tiere weniger und nehmen meist eher weiche Futterbestandteile zu sich. Manche Degus mit Zahnproblemen verbringen zwar genauso viel Zeit am Futternapf wie ihre Artgenossen, fressen aber aufgrund der Schmerzen extrem langsam. Das ist für den Halter extrem schwer zu sehen. Ist man sich nicht sicher, ist es ratsam, das Tier regelmäßig zu wiegen. Bei heftigen Problemen kann es auch zu deutlichen Schmerzanzeichen (Zähneknirschen, Wischen mit den Vorderpfoten über Maul und Nase) oder zu heftigem Speicheln kommen. Auch Durchfall ist möglich. Eine Korrektur der Zähne durch den Tierarzt ist hier in jedem Fall angezeigt. Auch die Backenzähne des Degu können abgeschliffen und korrigiert werden. Da in vielen Fällen die Wangen oder die Zunge durch Zahnspitzen verletzt sind, muss außerdem oft noch ein paar Tage ein Schmerzmittel und evtl. ein Antibiotikum verabreicht werden. Und frisst das Degu nicht direkt im Anschluss wieder selbstständig, so muss sein Halter ihm hier helfen und es zwangsweise füttern. Zu diesem Zweck kann man beim Tierarzt Pulver (z. B. Critical Care® ) zum Zwangsfüttern besorgen. Diese werden mit Wasser zu einem Brei angerührt und das Degu damit über eine 1ml-Spritze gefüttert. Die meisten mögen den Brei recht gern und lecken sie nach Eingewöhnung selbstständig von der Spritze ab. Ist dies nicht der Fall, muss man die Spritze seitlich ins Maul schieben und den Brei so eingeben. Hierbei unbedingt darauf achten, dass das Degu sich nicht verschluckt. Bei Unsicherheit ist es am besten, sich vom Tierarzt zeigen zu lassen, wie man das Degu fachgerecht festhält und füttert. Degus mit Zahnproblemen brauchen oft für ihr gesamtes Leben regelmäßige Zahnkorrekturen, wobei sich die Abstände zwischen alle vier Wochen und alle drei Monate bewegen. Hier hatten wir zum Glück nur ein Mal ein Problem. Und zwar bei einem gerade geborenen Degu. Da die Tiere in dieser Zeit ausschließlich nur gesäugt werden und die meiste Zeit im Nest liegen, ist uns diese Zahnfehlstellung erst ein paar Tage später nach der Geburt, zum Glück noch rechtzeitig aufgefallen. Die oberen und unteren Schneidezähne müssen bei der Geburt schon so lang gewesen sein, dass sie aufeinander gestoßen sind und so auch eine Maulsperre bewirkt haben. Der Degu konnte wahrscheinlich in dieser Zeit auch nicht besonders gut Muttermilch trinken. Er war deutlich kleiner, wirkte abgemagerter als die Geschwister und zeigte ein struppiges Fell. Dieses waren auch die Anzeichen für uns, das mit dem Kleinen etwas nicht stimmen konnte. Als wir ihn in der Hand hatten, haben wir dann die Fehlstellung der Zähne entdeckt. Die überlangen Zähne konnten dann sofort erfolgreich von der Tierärztin gekürzt werden. Wir hatten schon vermutet, dass wir mit diesem Degu nun regelmäßig zur Zahnkorrektur in die Praxis müssen, das Problem hat sich jedoch von alleine gelöst. Direkt nach dem Tierarztbesuch (bei dem es u. a. auch eine Aufbauspritze für das geschwächte Tier gegeben hat), hat sich der kleine Degu über die Futterschale hergemacht und erfolgreich auch harte Nahrungsbestandteile geknackt. Seit diesem Tag hatten wir nie wieder ein Zahnproblem bei diesem oder auch anderen Tieren. Das Weibchen hat sich ganz gut entwickelt und unterscheidet sich vom Körperbau kaum noch zu den normal entwickelten Geschwistern, obwohl dieser Degu gerade in den ersten Lebenstagen ein deutliches Nahrungsdefizit gehabt haben muss.
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Abszesse:
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Bei Degus kann es durch verschiedene Ursachen zu Abszessen kommen. Oft entstehen sie nach Bissen oder anderen Verletzungen. Es kann aber im Kieferbereich auch durch Veränderungen der Zahnwurzeln zu Abszessbildung kommen. Auf jeden Fall sollte eine Behandlung durch einen Tierarzt erfolgen. Handelt es sich um einen einzelnen Abszess, der nicht zu stark mit seiner Umgebung verwachsen und nicht zu groß ist, so kann er evtl. vollständig entfernt werden. Ansonsten müssen Abszesse eröffnet, gesäubert und gespült werden. Da die Spülungen am besten bis zur vollständigen Abheilung fortgeführt werden sollten, kann es sich um eine recht langfristige Behandlung handeln, die aber u. U. auch zu Hause fortgeführt werden kann. Kieferabszesse haben den Nachteil, dass nicht nur der Abszess selbst, sondern auch das zugrunde liegende Zahnproblem behandelt werden muss. Das bedeutet oft, dass zusätzlich der veränderte Zahn gezogen werden muss. Die Nachsorgezeit wird dadurch meist noch einmal deutlich verlängert und oft muss das Degu in dieser Zeit zugefüttert werden.
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Hautkrankheiten, Kahlstellen im Fell:
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Diverse Erkrankungen können beim Degu zu Veränderungen von Fell und Haut führen. Die Häufigsten sind Pilzerkrankungen, Entzündungen und Fellbruch bzw. Fellfressen. Parasiten kommen nur sehr selten vor. Da Hauterkrankungen sehr viele Ursachen haben können, die fast immer mit den gleichen Symptomen einhergehen, gehen wir an dieser Stelle nicht näher darauf ein. Es empfiehlt sich in jedem Fall sie von einem Tierarzt abklären zu lassen. Oft ist es wichtig, alle Tiere einer Gruppe behandeln zu lassen, auch wenn nur eines Symptome zeigt. Oft sind nämlich alle betroffen, aber nur das Degu mit dem schlechtesten Immunsystem zeigt Auffälligkeiten.
Bei diesem mittlerweile zwei Jahre alten Degusweibchen konnten wir eines Tages ein Fehlen des Fells auf der Oberseite der Pfoten erkennen. Das Fell wirkte wie "abgeschabt". Das fehlende Fell beeinträchtigt das Tier jedoch nicht, es zeigt ein normales Verhalten. Die Fehlstellen lokalisieren sich auch nur auf den Bereich der Vorderpfoten Wir haben bis jetzt keine Ursache für diese Kahlstellen gefunden, gehen aber nicht von einer parasitären Hauterkrankung o. ä. aus sondern eher von einem mechanischen Abrieb. Mittlerweile zeigt sich an der Oberseite der einzelnen Zehen wieder ein feiner silbriger Haarwuchs/Haarsaum und wir hoffen, dass auch die gesamten Vorderpfoten in Zukunft wieder Fellbewuchs zeigen.
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Augenerkrankungen:
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Beim Degu gibt es mehrere Erkrankungen des Auges, die regelmäßig auftreten können. Oft handelt es sich um Entzündungen, die unterschiedliche Anteile des Auges betreffen können. Bindehautentzündungen sind am häufigsten anzutreffen. Hierbei ist das Auge gerötet und tränt oft deutlich. Besteht eine Entzündung der Hornhaut, so ist oft eine Verletzung der Hornhaut und eine davon ausgehende Trübung zu erkennen. Viele Degus kneifen außerdem das Auge zu, da eine Hornhautentzündung sehr schmerzhaft ist. Schlussendlich kann es auch zu einer Entzündung der inneren Augenanteile kommen. Auch hier ist für den Besitzer meist eine Trübung und Schmerzhaftigkeit zu beobachten. Außerdem ist oft ein verschlechtertes Allgemeinbefinden zu erkennen. Alle Formen können vom Tierarzt diagnostiziert und behandelt werden, wobei vor allem wenn innere Augenanteile betroffen sind, Schäden zurückbleiben können. Problematisch wird es, wenn der Augeninnendruck ansteigt. Erhöhter Augeninnendruck kann entstehen, wenn innere Augenanteile entzündet sind, durch eine Katarakt (s. Diabetes mellitus) und Verletzungen. Das Auge tritt dann weiter hervor (s. u.) und die Tiere sind oft nicht mehr in der Lage, das Auge richtig zu schließen. In diesem Fall kann der Tierarzt versuchen, den Druck durch Medikamente zu senken. Gelingt das nicht, so muss eine Amputation des Augapfels erfolgen. Durch den Druck wird das Degu auf dem betroffenen Auge in jedem Fall blind und es hat starke Schmerzen. Degus kommen auch mit einem Auge hervorragend klar und selbst beidseitig blinde Tiere finden sich in gewohnter Umgebung gut zurecht.
Bei einem unserer Weibchen zeigt sich bei dem rechten Auge eine starke Vorwölbung. Diese Vergrößerung/Vorwölbung ist nicht akut aufgetreten, sondern hat sich über einen längeren Zeitraum (ca. drei Monate) manifestiert. Von daher war uns diese schleichende Veränderung nicht sofort aufgefallen. Eine Zeit lang zeigte sich auch ein weißlicher Belag/eine Trübung analog einer Folgeerscheinung einer Diabeteserkrankung. Diese Trübung hat sich jedoch wieder aufgelöst. Teilweise war auch ein leichter Bluterguss im Auge zu sehen. Der Augeninnendruck scheint stark erhöht, sichtbar durch eine Vorwölbung. Das Tier schien auf diesem Auge auch nicht mehr richtig sehen zu können. Das linke Auge zeigte keinerlei Veränderungen in Größe, Form und Farbe. Mit diesem Auge schien das Weibchen auch einwandfrei sehen zu können. Diese Beschreibung war unsere Einschätzung vor dem Tierarztbesuch. Beim Tierarzt wurde dann der Augeninnendruck (nach vorhergehender lokaler Betäubung des Auges) gemessen. Dieser war zu unserer Überraschung nicht erhöht. Die Vorwölbung war zum Zeitpunkt des Tierarztbesuches aber auch nicht mehr so ausgeprägt wie auf dem Foto. Ein weißlicher Belag/Schleier war aber noch zu erkennen. Die Untersuchung (Durchleuchtung) des anderen, "noch für uns gesund aussehenden" Auges zeigte leider schon einen eindeutigen Katarakt, Ursache einer Diabeteserkrankung. Dagegen gibt es zumindest im Moment keine Medikation. Uns wurde empfohlen, das stark vorgewölbte Auge sorgfältig zu beobachten. Sollte es sich weiter vergrößern, wurde uns auch eine Amputation des Auges vorgeschlagen. Dieses hätten wir sicherlich auch gemacht, da wir uns nicht sicher waren, ob das Tier bei fortschreitender Vergrößerung nicht doch Schmerzen verspürt. Die Augenhöhle im Schädel weist ja auch nur einen begrenzten Durchmesser zur Aufnahme eines "normal" ausgebildeten Augapfels auf. Die Amputation vor dem Hintergrund der Diabeteserkrankung und der damit verbundenen deutlich schlechteren Wundheilung war zu diesem Zeitpunkt kein Thema. Hier hätte man im Zweifelsfalle das "kleinere Übel" wählen müssen.
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Erkältungskrankheiten:
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Da Degus eine gewisse Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten zeigen, sollte man sie auf jeden Fall vor Zugluft und Nässe schützen. Erkrankte Tiere zeigen Nasen- und Augenausfluss. Ist auch die Lunge betroffen, besteht Atemnot (verstärkte Atembewegung im Flankenbereich) und die Tiere wirken abgeschlagen und verweigern oft auch die Futteraufnahme. Spätestens in diesem Stadium sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden, damit dieser das Tier mit Antibiotika und Schleimlösern behandeln kann. Außerdem sollte darauf geachtet werden, ob das Degu noch genügend Futter aufnimmt. Ist das nicht der Fall, so muss auch hier zugefüttert werden (s. Kapitel Zahnerkrankungen).
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Blasenentzündung:
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Blasenentzündungen kommen beim Degu häufiger vor. Sie entstehen oft im Zusammenhang mit Verschmutzungen im Bereich des Afters (Verdauungsstörungen, mangelnde Hygiene) oder wenn die Tiere unter Blasensteinen leiden. Degus mit Blasenentzündung krümmen den Rücken beim Harnabsatz auf, hinterlassen einzelne Urintröpfchen und sind oft urinverschmutzt. Außerdem zeigen sie oft ein vermindertes Allgemeinbefinden und fressen schlecht. Eine Untersuchung beim Tierarzt ist auf jeden Fall angeraten, da Blasenentzündungen für die Tiere sehr schmerzhaft sind und auslösende Bakterien bis in die Nieren wandern können. Außerdem kann der Tierarzt auch auf evtl. vorhandene Blasensteine hin untersuchen. Prinzipiell kann bei einer Blasenentzündung auch Blut im Urin auftreten. Jedoch nur äußerst selten ist das mit bloßem Auge sichtbar. Viel öfter kommt es vor, dass der Urin durch Futterbestandteile rötlich verfärbt ist. Dies kann z. B. bei Löwenzahn der Fall sein. Ist das Degu also ansonsten topfit, ist dies die wahrscheinlichere Variante. Ob es sich wirklich um Blut handelt, lässt sich am besten mittels eines Teststreifens (Compur®), den man in einer Apotheke oder beim Tierarzt erwerben kann, feststellen.
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Krallenpflege:
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Die Krallenpflege kann bei älteren Tieren notwendig werden. Normalerweise sind die Vorder- und Hinterkrallen bei jungen Tieren relativ kurz, da sie auch ständig im Käfig an Ton- und Steinmaterialien abgenutzt werden. Ältere Tiere bewegen sich deutlich weniger und klettern auch oft nicht mehr so viel. Die Krallen der Vorder- und Hinterpfoten können dann zu lang werden. Hier sollte die Länge auch regelmäßig vom Tierarzt kontrolliert und ggf. gekürzt werden. Bei sehr langen Krallen kann es passieren, dass das Degu an Einrichtungsgegenständen wie Hölzern, Wurzeln hängen bleibt und sich u. U. die Kralle ausreißt.
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Kastration:
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Eine Kastration sowohl männlicher als auch weiblicher Degus ist möglich und kann vom Tierarzt vorgenommen werden. Hierbei ist es sinnvoll, vorher zu erfragen, ob der Tierarzt Erfahrung mit der Operation so kleiner Tiere hat, da jede Praxis andere Spezialisierungen hat. Natürlich ist es sinnvoller, wenn man nicht züchten möchte, Degus von vornherein in gleichgeschlechtlichen Gruppen zu erwerben und zu halten. Aber wenn dies nicht möglich ist oder im „Fachhandel“ mal wieder ein Pärchen als zwei Weibchen verkauft wurden etc. kann die Kastration des Männchens eine gute Lösung des Problems darstellen. Hier sollte immer berücksichtigt werden, daß das Männchen auch nach der Kastration noch für einige Wochen zeugungsfähig sein kann. Eine Trennung der Tiere über ca. 6 Wochen sollte deshalb immer mit einkalkuliert werden. Aber wenn die Degus so untergebracht werden, dass sie durch ein Gitter weiterhin Kontakt haben können, ist ein anschließendes Zusammensetzen meist kein Problem. Da eine weibliche Kastration einen erheblich größeren Eingriff darstellt mit entsprechend höheren Risiken, ergibt diese nur einen Sinn, wenn bei dem Tier eine Erkrankung der Eierstöcke oder der Gebärmutter festgestellt wurde.
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letzte Aktualisierung: 1. Juni 2008
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